Welcome Aboard Queen Mary 2 – Luxus pur oder: Titanic lässt grüßen

Manchmal im Leben muss man auch mal Glück haben. Im Jahr 2011 hatte ich Glück – Riesenglück. Mein Vater erfüllte sich einen  langersehnten Traum: eine Transatlantiküberquerung  mit der QM2 von Hamburg nach New York.

Mal abgesehen davon, dass eine Kreuzfahrt an sich schon ein teures Vergnügen ist (wenn man nicht unbedingt wie in einem Sarg in einer Innenkabine reisen möchte) ist es für Alleinreisende fast unerschwinglich. Reedereien sehen es anscheinend nicht vor, dass es durchaus Menschen gibt, die alleine reisen. Aber leider gibt es keine Einzelkabinen und so ist man gezwungen, 175% des eigentlichen Reisepreis zu zahlen. Diese Zahl muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Nur weil man alleine ist (beabsichtigt oder unbeabsichtigt spielt dabei keine Rolle), muss man eine Strafgebühr von 75% auf den normalen Preis zahlen. Wären wir jetzt in Amerika, könnte man erst einmal schön eine  Klage wegen Diskriminierung einreichen  😉

Wie dem auch sei, inwieweit war dies nun ein Glücksfall für mich? Nun, mein Vater fragte mich Anfang des Jahres 2011 auf einmal, ob ich nicht mit will, ich müsste auch nur die Differenz zu einer 2. Person zahlen, sprich also 25%. Für mich gab es gar kein Überlegen. Erste Amtshandlung war die Online-Terminvereinbarung beim Bürgerbüro, um einen Reisepass zu beantragen. Direkt im Anschluss habe ich mich von meiner Rechnungswesen-Klausur abgemeldet. Zu dem Zeitpunkt habe ich nebenbei studiert und bisher hatte ich weder eine Stunde noch eine Klausur versäumt – aber für eine „Once in a lifetime opportunity“ wirft man seine guten Vorsätze schon einmal über den Haufen ;-).

Im Mai 2011 ging es dann in aller Früh mit dem Zug nach Hamburg. Hier zeigte es sich mal wieder, dass es gut ist, dass meine Familie und ich eher von der überpünktlichen Sorte sind und einen Zug früher genommen haben. Auf ca. der Hälfte der Strecke blieben wir auf einmal stecken. Nach einer halben Stunde ging es zwar weiter, aber man wird doch etwas nervös wenn man versuchen muss, ein Schiff zu erreichen. Bei schönstem Wetter und immer noch mit einem riesen Zeitpuffer kamen wir am Hamburger Hauptbahnhof an. Stilecht ging es mit dem Taxi zum Dock.

Schon von Weitem ragte „Ihre Majestät“ über die Dächer von Hamburg und wir wurden immer aufgeregter. Endlich standen wir davor und es war überwältigend. Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich den Film „Titanic“ so ca. 50 Mal gesehen habe und die QM2 sah genauso aus. Gut, es gibt ja auch ein paar Parallelen 😉  Am offensichtlichsten ist natürlich die Optik, dies liegt nicht zuletzt daran, dass Cunard (die Reederei) all seine Schiffe in der gleichen Optik hält – so wie auch TUI oder AIDA das tun, und die Route ist nahezu identisch. Gott sei Dank gibt es im Mai keine Eisberge ;-).

Nach dem man uns die Koffer abgenommen hatte (Hier ist zu erwähnen, dass JEDER Passagier ZWEI Gepäckstücke a 20 (ZWANZIG!!) kg dabei haben durfte. Mein Vater hatte dies auch tatsächlich ausgereizt bis zum letzten Kilo während ich mich auf nur einen Koffer beschränkt hatte), schritten wir über die Gangway an Bord. Was für ein Luxus! Sowas hatte ich bisher auch noch nie gesehen. Auf dem Zimmer erwartete uns eine kostenlose Flasche Champagner (könnte auch Sekt gewesen sein, aber es hört sich besser an, wenn ich Champagner sage). Mit einem Gläschen stellten wir uns auf unseren „stahlummantelten“ Balkon und winkten den ganzen Barkassen und Schiffchen zu, die auf der Elbe immer wieder um die QM2 herum fuhren. Es war ein  fantastisches Gefühl!

Aber das winken geht ganz schön in den Arm, also sind wir erstmal auf Erkundungstour gegangen. Pünktlich zum Auslaufen saßen wir mit einem Cocktail in einer Bar und genossen einfach das Leben. So muss das sein.

Im nächsten Teil erzähle ich euch mehr über das Schiff und die Überfahrt und in einem letzten Teil geht es dann über New York.

Bis bald  und keep traveling

Nadine ♥

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