Bali 2013 Teil 2 – Zurück in die geschützte Blase

Nachdem wir uns 2 Tage in unserer Upgrade-Suite 1077 akklimatisiert hatten – und ja, es ist fantastisch in einem Upgrade zu wohnen – wurden wir zu unserem 5-tägigen Rundreise von unserem Guide Made abgeholt. (Made spricht man by the way „Madeee“ und nicht etwa wie in „Made in China“ 😉 )

Mit einer kleineren Reisegruppe ging es dann 5 Tage lang quer über die Insel. An sich war die Gruppe ok. Wir waren rund 10 Teilnehmer – natürlich nur Pärchen und Jessica und ich  😉 Und abgesehen von den üblichen Querulanten, die es in jeder Gruppe gibt, war es recht lustig und unterhaltsam. Wenn ich im Nachhinein noch einmal darüber nachdenke, war die Querulanten-Quote recht hoch: 20%. (Man sollte darüber nachdenken, daraus eine wissenschaftliche Formel zu mache: je höher der QQ, desto geringer der Spaß :-D)

Querulant Nr. 1 war ein pensionierter Lehrer (so vermuteten wir es zumindest). Er musste zu allen Aussagen unseres Guides seinen Senf dazugeben. Höhepunkt war, als Made uns erklärt hatte, wie in einem Gebäude  „mit Hilfe von Ebbe und Flut Strom gewonnen wird“. Mr. Oberlehrer meinte dann „Achso, du meinst wohl ein GEZEITENKRAFTWERK“. Lieber Herr Oberlehrer, uns war allen klar, was unser Guide sagen wollte und ich würde gerne mal erleben, wie du auf Indonesisch so eine Tour abhandeln würdest…

Querulant Nr. 2 war eine Frau (allerdings nicht die Frau von Nr. 1), sie hatte seit Beginn der Reise ein wenig unter Montesumas Rache zu leiden. Das tat mir auch wirklich leid, aber als sie immer wieder anfing zu heulen, als die Aufmerksamkeit der Gruppe nachließ, schwand auch mein Mitleid. Verschwunden war es in dem Moment, als sie unmittelbar nach Einsetzen der balinesischen Medikamente meinte, sich zum Abendessen Bier und Frittiertes zu bestellen.

Wie dem auch sei, so eine Insel-Tour ist auf jeden Fall empfehlenswert. Dieses Jahr (2016) werden wir die Tour mit einem selbstorganisierten Guide und nur zu zweit ausprobieren. Man lernt unheimlich viel über die Kultur, das Land und die Leute. Allerdings muss ich persönlich sagen, würde es auch reichen, wenn man ein Reisfeld besichtigt und einen Tempel… ich bin, offen gesagt, anscheinend ein richtiger Kulturbanause, aber so wirklich habe ich keinen Unterschied gesehen 😉

Zurück in unserem Ausgangshotel im Bali Tropic Resort & Spa haben wir es uns richtig gut gehen lassen. Amtshandlung Nummer eins war das Upgrade auf All-Inclusive. Lustigerweise war es günstiger vor Ort zu buchen, als im Vorfeld über das Reisebüro. Amtshandlung Nummer zwei war die Buchung der Happy Hour Cuple Massage (1,5 h für 30 USD) und dann wurde nur noch relaxed. Ich glaube die meiste Zeit fand man mich schlafend auf der Liege (ich hatte kurz vorher meine Zwischenprüfung im Studium und hatte 4 Monate lang nur ca. 4 h pro Nacht geschlafen).

Warum habe ich den Artikel „Zurück in die geschützte Blase genannt“? Nun, unser Hotel wurde so etwas wie unser Rückzugsort von der Welt. Die vergangenen Wochen und Monate sind nicht spurlos an uns vorbei gegangen und hier hatten wir seit langem mal wieder das Gefühl, uns geht es echt gut, es gibt nichts Böses in der Welt. Sobald man allerdings einen Schritt vor die Tür gesetzt hatte (wie z. B. als wir nach Kuta gefahren sind) wird man immer wieder damit konfrontiert, wie arm dieses Land eigentlich ist und welche Missstände hier herrschen. Daher waren wir immer wieder froh, dass man im Hotel – eben wie in einer geschützten Blase – nichts davon mitbekommen hat. Ja ja ich weiß, das ist typische westliche Denkweise.

Nichts desto trotz möchte ich noch kurz ein paar Hinweise für euren nächsten Bali-Urlaub mitgeben:

  1. Solltet Ihr Interesse an einem Tauchkurs haben, macht es auf jeden Fall an einer deutschen Basis. Wir hatten einen Pool-Schnupperkurs mitgemacht und unser Animateur war der Ansicht, dass wenn man zu viel Auftrieb hat (weil ich nicht richtig ausgeatmet hatte) wäre es das Richtige, mir einfach noch mehr Blei in den Gürtel zu packen und dann freudestrahlend zu sagen „Now we are ready to go to the sea“. Damit ihr wieder heil  nach Hause kommt: bitte achtet auf jeden Fall auf genügend Sicherheitsvorkehrungen, Balinesen sind da leider etwas …. sagen wir mal, nicht so Deutsch wie wir 😉
  1. Vom Autofahren würde ich die Finger lassen. Balinesen scheinen immer auf eine höhere Macht zu vertrauen, die sie sicher durch den Verkehr bringt – oder sie haben einfach keine Angst zu sterben, anders kann ich mir die Fahrweise nicht erklären. Abgesehen davon, dass hier Linksverkehr herrscht, fährt jeder so, wie es ihm oder ihr gerade in den Kram passt. So wird dann auf einer zweispurigen Straße einfach zu viert nebeneinander gefahren, die anderen weichen schon aus 😉 Oder auf einem handelsüblichen Roller fährt eine 3-köpfige-Familie inkl. Schwein oder 3 Hühnerkäfigen oder alles zusammen. Also wenn man nicht unbedingt muss, lasst euch lieber fahren. Das kostet nicht die Welt und ihr kommt sicherer an, als wenn ihr es selber versucht
  1. Lasst euer Gepäck nicht aus den Augen! Es kommt leider immer mal wieder vor, dass Touristen Drogen in den Koffer geschmuggelt werden. Sollte man Drogen in eurem Koffer finden, ist es automatisch euer Problem, und das heißt in Indonesien: Gefängnis oder noch Schlimmeres.
  1. Finger weg von Drogen (siehe Punkt Nummer 3). Falls man euch welche anbietet, lasst die Finger davon. Es könnten verdeckte Ermittler sein. Aber ich persönlich halte generell nichts davon, daher solltet ihr euch immer fern davon halten
  1. Haltet euch an die örtlichen Gepflogenheiten. Klar kann es passieren, dass eine Reservierung „verschütt gegangen ist“ (für alle nicht aus dem Rheinland stammenden: das heißt „verloren gegangen sein“) dennoch sollte man nicht auf typisch deutsche Art und Weise lospoltern und auf sein Recht bestehen. Lächeln und immer höflich bleiben, ansonsten verliert man sein Gesicht und wird nicht mehr ernst genommen.

Ich hoffe, euch hat mein kleiner Schwank aus dem Leben gefallen. Ich freue mich schon jetzt auf meine nächste Reise nach Bali (September 2016) und werde im Anschluss selbstverständlich den Vergleich ziehen.

Bis dahin

Keep traveling

Nadine ♥

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